Typen

Hochtemperaturwollen gehören wie Glas- und Mineralwollen zur Gruppe der künstlich hergestellten anorganischen glasigen Wollen.

Charakteristische Merkmale von Produkten aus Hochtemperaturwolle sind die niedrige Rohdichte und damit eine geringe Wärmespeicherkapazität, geringe Wärmeleitfähigkeit und praktisch unbegrenzte Temperaturwechselbeständigkeit. Durch diese Eigenschaften sind solche Produkte besonders gut geeignet, um in der Hochtemperaturanwendung oberhalb 600°C und bis zu 1800°C erhebliche Energieeinsparungen (bis über 50% Primärenergie) zu erzielen. Einhergehend ist die CO2-Emissionsminderung von z. T. über 50% im Vergleich zu traditionellen Feuerfestprodukten (Schamotte).

Zur Gruppe der Hochtemperaturwollen gehören glasige AES- und Aluminiumsilikatwolle sowie Polykristalline Wollen aus Aluminiumoxid.

Alkaline Earth Silicate Wool (AES) wurde bereits in den 80er Jahren als Ersatz- bzw. Ergänzungsprodukt zur Aluminiumsilikatwolle entwickelt. Die Rohstoffe (CaO; MgO; ZrO2; SiO2) werden mit unterschiedlich hohen Anteilen an Alkalien und Erdalkalien gefertigt. Sie sind aufgrund der hohen Erdalkalienbestandteile chemisch und physikalisch nicht so beständig wie Aluminiumsilikatwollen. Produkte aus AES-Wolle werden vorwiegend in Hausgeräten im Temperaturbereich bis 900°C eingesetzt. AES-Wolle wird nach dem gleichen technologischen Verfahren hergestellt wie Aluminiumsilikatwolle. Deshalb stellen die Hersteller von Aluminiumsilikatwolle, und ausschließlich diese Hersteller, auch AES-Wolle her.

Aluminiumsilikatwolle (ASW) , international bekannt unter Refractory Ceramic Fibres (RCF), wird weltweit seit 1952, also seit über 50 Jahren, hergestellt und verwendet. Aluminiumsilikatwolle besteht in der Regel aus den Elementen Aluminiumoxid (Al2O3) und Siliziumdioxid (SiO2), je nach Type mit unterschiedlichen prozentualen Anteilen. Glasige Aluminiumsilikatwollen haben max. 54 % Al2O3-Gehalt, sie sind chemisch gut beständig, außer gegen Phosphorsäure, Fluorwasserstoff und konzentrierte Alkalien. Beimengungen von Cr2O3, TiO2 und ZrO2 verändern die chemische und physikalische Beständigkeit. Die wesentlichen Anwendungsgebiete sind der Industrieofenbau mit Wärmebehandlungsöfen bis zu 1300°C, spezielle Brandschutzanwendungen, Heizungstechnik und die Katalysatortechnik in Kraftfahrzeugen, also Anwendungen im Hochtemperaturbereich zwischen 900°C und 1800°C.

Polykristalline Aluminiumoxidwolle (PCW) wird seit den 60er Jahren industriell hergestellt. Polykristalline Aluminiumoxidwolle wird im Sol-Gel-Prozess hergestellt und hat einen Al2O3-Gehalt von 72-97%. Neben einer guten chemischen und physiklaischen Beständigkeit und hohem Schmelzpunkt, ist sie auch in reduzierenden Atmosphären einsetzbar.

Hauptanwendungsgebiete sind der Industrieofenbau mit Wärmebehandlungsöfen mit Temperaturen bis zu 1650°C und die Automobilindustrie. Hier dienen sie in der Katalysatortechnik sowie im Dieselrußpartikelfilter zur Halterung der Keramik im Blechgehäuse und zur Wärmedämmung. Aus den Erzeugnissen können durch die Handhabung und den Gebrauch faserförmige Stäube emittieren. Handhabungshinweise können dem Unterpunkt Handlungsanleitung entnommen werden.