Nach den gesetzlichen Vorschriften ist bei einer Einstufung eines Stoffes in die Kategorie 2, und in dieser Gruppe befinden sich Aluminiumsilikatwollen/Keramikfasern derzeit, eine Substitutionsprüfung gemäß § 7 GefStoffV vorzunehmen. Eine praxisorientierte Hilfe für die Substitutionsprüfung und zur Dokumentation, dass man eine Prüfung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt hat, bietet die TRGS 619 "Substitution für Produkte aus Aluminiumsilikatwolle".
Bei der Prüfung sind folgende Punkte im Wesentlichen in einer Gesamtbetrachtung zu bewerten - Zitat:
Die Prüfung einer Substitution ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung über den gesamten Lebenszyklus der möglichen Produkte durchzuführen und ist erfolgreich, wenn die Produkte:
Weitere praktische Hilfe bei der Bewertung von einer Substtitutionsmöglichkeiten kann die VDI-Richtlinie 3469 (erschienen im Beuth-Verlag) bieten, in der im Blatt 1 unter Punkt 4.1.1 “Substitution“ und in Blatt 5 „Hochtemperaturwolle“, Kriterien beschrieben sind, die bei der Substitution von eingestuften Stoffen beachtet werden sollten.
Die Praxis der letzten Jahre hat gezeigt, dass der so genannte Ersatzwerkstoff AES-Wolle die technisch-physikalischen Anforderungen in vielen industriellen Anwendungen nicht erfüllt. Dem Einsatz von Steinen und Massen stehen energetische, sozioökonomische aber auch technische Aspekte entgegen, da sich die Bedingungen in den heutigen Anwendungen (vorwiegend periodischer Betrieb) in den letzten Jahren geändert haben.
Es gibt also keinen generellen Ersatzwerkstoff für Produkte aus Aluminiumsilikatwolle im Hochtemperaturbereich >900°C, deshalb gilt für die Auswahl von FF-Materialien nach TRGS 619, in der Produkte aus Hochtemperaturwolle aber auch Steine und Massen einfließen:
Viele industrielle Anforderungen bei denen zur Erzeugung neuer Produkte in der Anwendung zyklisch aufgeheizt und abgekühlt wird, oder bei denen kurzzeitige Temperaturkurven gefahren werden müssen, sind aus verfahrenstechnischen Gründen und der sehr guten Temperaturwechselbeständigkeit nur noch mit Produkten aus Hochtemperaturwolle zu lösen. In den Anwendungen bei denen HTW-Produkte grundsätzlich geeignet sind, haben diese aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten wesentliche Vorteile vor den dichteren FF-Produkten.
Eine Auswahl der Werkstoffe ausschließlich auf "emotionaler" Basis, so zu sagen zur Gewissensberuhigung, (z. B. Faserdiskussion) ist in Bezug auf den Arbeitsschutz sachlich falsch, kann sogar zu Problemen gerade im Arbeitsschutz führen und führt letztendlich zu höheren Kosten und anderen Wettbewerbsnachteilen. Erstens sind geeignete Schutzmassnahmen bei allen FF-Produkten anzuwenden und im Umfang gleich, zweitens ist eine Gefährdung für den Betreiber der Anlage nicht gegeben da es während des Betriebs keine oder nur sehr geringe Expositionen von Stäuben gibt.